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Exklusives Interview mit Michael Garvens

Alles über den Austausch zwischen der CGNCommunity und dem Flughafen Köln/Bonn

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alex330
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Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon alex330 » Montag, 02. Januar 2012, 23:00:29

Liebe User der CGNCommunity,

das Leitungsteam der CGNCommunity wurde am 22. Dezember 2011 von Herrn Michael Garvens, Vorsitzender der Geschäftsführung des Köln Bonn Airports zu einem Interview empfangen. Von unserer Seite konnten teilnehmen alex330 und bwbollek (der Rest des Teams war leider zeitlich verhindert). In diesem Interview, das wir hier für Sie und Euch einstellen, konnten wir über viele in unserer Community diskutierten Fragen und Anliegen sprechen. Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals herzlich bei Herrn Garvens bedanken sowie bei allen, die zum Gelingen dieses Projekts beigetragen haben.

Gerne kann an dieser Stelle über das Interview diskutiert werden.
Der Übersichtlichkeit halber bitten wir aber darum, darauf zu achten, ob es sinnvoll ist, spezifische Aussagen in einem schon bestehenden Thread zu diskutieren.

CGNCommunity.com

Interview mit Michael Garvens
22. Dezember 2012


CGNCommunity: Sehr geehrter Herr Garvens, wie gut kennen Sie die CGNCommunity?

Garvens: Ich bin ein eifriger Leser der Community, kenne sie sehr gut und finde Ihre Diskussionen sehr interessant!


C: Wie bewerten Sie die Existenz eines Diskussionsforums zum Köln/Bonner Airport?

Grundsätzlich finde ich solch ein Diskussionsforum sehr gut. Ich würde mir aber gelegentlich eine intensivere Auseinandersetzung mit aktuellen strategischen Luftfahrtthemen wünschen, die für Köln-Bonn interessant oder wichtig sind, wie z.B. die gerade bekannt gewordene erweiterte Beteiligung der Etihad an Air Berlin.


C: Aktuell wird in der CGNCommunity die Verkehrsentwicklung am Köln Bonn Airport heftig diskutiert. Die positive Entwicklung im Cargo-Bereich und auf der finanziellen Seite wird begrüßt, die Passagierentwicklung der letzten Jahre stagniert aber oder ist rückläufig, während der Bundestrend insgesamt positiv ist. Wichtige Ziele wie Madrid, Warschau oder Helsinki fehlen im Köln/Bonner Flugplan. Nun hat Air Berlin den Flugplan massiv zusammen gestrichen und Köln/Bonn hat als wichtigsten Partner mit Germanwings eine Airline, deren weitere Entwicklung nicht vorhersehbar ist. Wie realistisch sehen Sie die Chance, in der Passage bald die alten Höchststände von 10,47 Millionen Passagieren wieder zu erreichen oder zu übertreffen?

Garvens: Natürlich beschäftigen wir uns intensiv mit der Entwicklung im Passagierverkehr. Ein Stück weit werden wir uns neu aufstellen müssen. Dass wir daran arbeiten sehen Sie schon an unseren aktuellen Neuzugängen Norwegian und Ural Airlines.
Insgesamt sehe ich die Entwicklung des Kölner Flughafens sehr positiv. Sie müssen hier sehen, dass es in Köln-Bonn ja nicht nur den Passagierverkehr gibt. Köln-Bonn hat eines der risikoärmsten Kundenportfolios in Deutschland, wegen des ausgewogenen Verhältnisses von Passagieren zu Fracht, welcher derzeit bei etwa 60% zu 40% liegt. Im kommenden Jahr erwarten wir nach aktuellen Stand wieder eine ähnliche Passagierzahl wie in diesem Jahr, während die Fracht auf voraussichtlich 800.000 t ansteigen wird.

C: Wird der Köln/Bonner Flughafen sich in Zukunft eher über die Luftfracht als über den Passagierverkehr definieren?

Garvens: Nein das sehe ich nicht. In ein paar Jahren wird sich die Passagier-Fracht-Relation eher auf 50-50 einpendeln. Der Passagierverkehr wird für uns immer eine wichtige Rolle spielen. Letztendlich müssen wir auch mal die Kirche im Dorf lassen. Für die ersten 5 Millionen Passagiere hat Köln-Bonn 40 Jahre gebraucht, für die zweiten 6 Jahre. Zudem haben wir einen Sitzplatzverlust von über 500.000 Plätzen durch die Streichungen von Air Berlin auffangen müssen – am Ende stehen wir mit einem Minus von nur 2 % sogar besser da, als Anfang des Jahres gedacht.


C: Wie sehen Sie die aktuelle Strategie von Germanwings und Lufthansa mit der Übernahme der dezentralen LH-Strecken und - wird Germanwings in Köln-Bonn wieder wachsen, wie angekündigt?

Garvens: Germanwings rückt immer näher an Lufthansa heran. Die Codeshare-Möglichkeiten und die Anbindung an die Hubs sind uns wichtig. Die Übertragung der dezentralen Lufthansa-Routen an Germanwings ist meiner Meinung nach das Einzige, was Sinn macht. Wenn die Kunden diese Veränderungen annehmen, wird dieser Weg sicherlich fortgesetzt werden, möglicherweise auch mit der Strecke von Köln nach London-Heathrow. Darüber hinaus ist eher eine Konsolidierung des Germanwings-eigenen Streckennetzes zu erwarten.


C. Letztes Jahr kündigten Sie einen deutlichen Aufschwung für 2012 an. In der Community werden Ryanair oder Easyjet als gute Kandidaten für den Köln/Bonner Airport angesehen. Gibt es diesbezüglich Fortschritte zu vermelden?

Garvens: Wir sprechen immer mit vielen Airlines, auch zum aktuellen Zeitpunkt. Wie sie an Skywork, Norwegian und Ural sehen, auch durchaus mit Erfolg. Derzeit halte ich weitere Erfolge für 2012 durchaus für möglich. In den Community-Diskussionen scheint es manchmal so, als seien wir in diesem Bereich untätig, oder sähen nicht, welche Airlines für den Flughafen interessant sind. Dabei wird schnell übersehen, dass wir uns in einem sehr schwierigen Umfeld behaupten. Deutschland ist einer der preissensibelsten Märkte und die Flughafendichte ist immens, gerade um Köln-Bonn herum. Kein anderer vergleichbarer Flughafen in Deutschland hat mit einer solchen Konkurrenz zu kämpfen, nicht Stuttgart, nicht Hamburg. Bis zum Megahub Frankfurt sind es gerade mal 38 Minuten Bahnfahrt, Düsseldorf als Air Berlin- und Lufthansa-Hub ist ähnlich schnell zu erreichen. Hinzu kommen Brüssel, Amsterdam und im Lowcost-Bereich Hahn, Weeze, Maastricht.
Hinzu kommt noch Folgendes: Der Rohölpreis ist in den letzten Jahren massiv gestiegen. Die Zeit der 19€-Tickets ist vorbei. Sie müssen sich mal die Entwicklung in Stansted ansehen, die haben dort in den letzten Jahren 7 Millionen Passagiere verloren. Dies hat natürlich auch mit der dortigen Luftverkehrssteuer zu tun, ähnlich wie bei uns. Dadurch wird die Gewinnmarge bei den Lowcost-Airlines gedrückt, umso mehr gehen sich diese aus dem Weg. Das selbe geschieht auch hier bei uns. Die Lowcost-Airlines wollen gar nicht unbedingt den direkten Wettbewerb. Was derzeit in Düsseldorf oder Berlin passiert, ist nicht nachhaltig und geht massiv zu Lasten der Erträge. Das Ganze ist eine große Blase, die sich nicht dauerhaft so halten kann, ähnlich, wie das damals bei uns mit Germanwings und HLX auch war. Danach folgt die Konsolidierung. Unsere Chancen kommen, wenn sich diese bei uns und in Düsseldorf erfolgreich vollzogen hat. Auf lange Sicht sind wir ohnehin der einzige Flughafen in der Großregion, der aufgrund freier Kapazitäten noch wachsen kann und wachsen wird. Hier müssen wir einfach langfristig denken.


C: Mit der Rückkehr von Air France als große Netzwerkairline hat der Köln/Bonner Flughafen einen wichtigen Erfolg feiern können. Die meisten „klassischen“ Fluggesellschaften bevorzugen aber den Airport Düsseldorf. Wie gut sehen Sie die Chancen, weitere Netzwerkairlines aber auch unabhängige LCCs nach Köln zu holen und so den Flughafen im Passagiersektor auf „breitere Füße“ zu stellen?

Garvens:
Für uns gilt insgesamt, dass Köln-Bonn in der Nische erfolgreich ist. So lange andere Flughäfen unser Geschäftsmodell kopieren, bin ich da sehr entspannt. In Düsseldorf hieß es 2002, als wir unsere Erfolgsstory mit dem Lowcost-Modell begannen, „Feinkost versus Lowcost“. Davon kann heute nicht mehr die Rede sein, im Gegenteil, der Lowcost-Anteil in Düsseldorf ist seitdem stark gestiegen. Das ist natürlich auch ein Teil des Kölner Problems.
Die „klassischen“ Airlines werden aber insgesamt weiterhin eher in Düsseldorf zu Hause sein. Wir sind der Flughafen für Lowcost high Quality und wir wollen unser Alleinstellungsmerkmal nicht verlieren.Gute Chancen sehe ich bei Airlines wie Norwegian, hier sind sicher noch weitere Ziele möglich.


C: Immer wieder haben Sie versucht, Langstrecken, insbesondere Langstrecken-Billigflieger, nach Köln zu holen. Sehen Sie hier mittelfristig noch Optionen?

Garvens: Sehen Sie, die Airlines betrachten NRW als einen Markt, aus Langstreckensicht gehört CGN sogar zum Frankfurter Markt. Dies wird besonders offensichtlich, wenn man sich vor Augen führt, dass eine Bahnfahrt vom Flughafen Tokyo in die Stadt länger dauert, als eine Fahrt von Köln nach Düsseldorf oder Frankfurt. Trotzdem sehe ich auf lange Sicht Chancen für CGN im Bereich der Lowcost-Langstrecke. Eher nicht transatlantisch, sondern Richtung Asien. Wäre die Boeing 787 früher gekommen, wäre diese das Flugzeug für Köln-Bonn gewesen. Es gab ja durchaus schon ernst zu nehmende Versuche, Langstreckenverkehr nach Köln aufzunehmen, aber nicht das richtige Flugzeug. Mit der Wirtschaftskrise und der Verspätung bei der 787 wurden diese Träume um vielleicht zehn Jahre verschoben, aber nicht aufgehoben. Ich werde Ende Januar auf der LCC-Konferenz in Asien sein – noch ein kleines zartes Pflänzchen. Auf lange Sicht wird sich der Geschäftsbereich aber etablieren, und Köln-Bonn wird seine Chance bekommen.


C: Im kommenden Sommer wird der Köln/Bonner Flughafen nach derzeitigem Planungsstand über die meisten Abflüge nach Palma de Mallorca aus ganz Deutschland verfügen. Im übrigen Chartersektor fallen die Relationen jedoch oft sehr zu Ungunsten von Köln/Bonn aus, viele typische Charterdestinationen wie Alicante, Agadir, Almeria oder Zypern stehen gar nicht im Flugplan oder andere wie Malaga, Faro oder auch die Kanaren sind deutlich unter Wert vertreten. Welche Verbesserungen des Angebots halten Sie hier mittelfristig für möglich?

Garvens: Wir arbeiten natürlich auch an der Verbesserung des Charterangebots. Doch auch hier muss man die Nähe zu Düsseldorf und Düsseldorfs historische Rolle als Deutschlands größter Charterflughafen sehen. Früher warb DUS mit dem Slogan „der Ferienflughafen“. Wir haben die selbe Catchment-Area, und die Veranstalter setzen auf Düsseldorf. Wir haben da eine Chance, wo ein größerer Anteil an Seat-only-Verkauf läuft, wie nach Mallorca. Bei kleineren Strecken, die nur über Veranstalter angeboten werden, lohnt es sich für diese nicht, auf mehrere Abflughäfen direkt nebeneinander zu setzen, das schränkt die Flexibilität ein.


C: Im Bereich der Luftfracht vermeldet der Flughafen aktuell Rekorde. Gleichzeitig macht die Fluglärmdiskussion Ihnen das Leben schwer. Von Lärmgegnern wird die Einführung des Nachtflugverbots für Passagierflugzeuge gefordert. Wünschen Sie sich mehr Unterstützung aus der Politik?

Garvens: Erst kürzlich hatten wir eine „Elefantenrunde“ mit den Airlines und Herrn Bundesverkehrsminister Ramsauer. Herr Ramsauer hat deutlich gemacht, dass er hinter dem Flughafen steht. Aber auch die Landesregierung muss einsehen, dass es nichts bringt, die leisen Passagiermaschinen aus dem Nachtflug heraus zu nehmen.
CGN ist übrigens das zweite Flughafen-Vollmitglied im BDL. Wir erhoffen uns davon insgesamt eine bessere landes- und bundesweite Vertretung unserer Interessen.


C: British Airways World Cargo setzt seit kurzem die Boeing 747-8F und damit ein leises Flugzeug der neuesten Generation ein. Zudem fliegt BAWC am Tag. Wie stehen die Chancen des Flughafens, mehr Tagesfracht an Land zu ziehen sowie die Airlines zum vermehrten Einsatz leiser Flugzeuge wie der B777F oder der B747-8F zu bewegen?

Garvens: Der Anteil der Tagesfracht hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen und wird weiter stark zunehmen. Das Cologne Bonn Cargo Center stand 2008 bei der Eröffnung halb leer und wurde von Kritikern schon als sinnlose Investition bezeichnet. Mittlerweile gelangen wir da schon fast an die Grenzen der Kapazität.
Was leisere Frachter angeht (deutet nach draußen auf die neue British Airways Boeing 747-8F): Ich höre von meinem Bürofenster den Unterschied zwischen der 747-400 und der 747-8, der ist enorm. In diesem Sinne will ich weiter auf die Airlines einwirken, dass leiseres Fluggerät eingesetzt wird.


C: Auch bei UPS und FedEx?

Garvens: Auch mit UPS und Fedex spreche ich intensiv darüber. Fedex wird ohnehin eher am Tag wachsen. Darüber hinaus hat Fedex mit der Boeing 777 ein Flugzeug, das deutlich schneller ist als die MD-11 und auf der Strecke zwischen Köln und Hongkong eine ganze Stunde früher ankommt. Dies ist ein großer Wettbewerbsvorteil gegenüber UPS, die sich das sicherlich nicht lange anschauen werden.


C: Funktioniert das „Nebeneinander“ der beiden großen Konkurrenten in Köln?

Garvens: Als Fedex damals bekannt gab, hier zu expandieren, da hatte ich erst mal eine UPS-Delegation hier sitzen, die sich Sorgen gemacht haben. Aber Konkurrenz belebt das Geschäft (lacht). Beide Gesellschaften wachsen hier weiter. Erst kürzlich hat UPS bekannt gegeben, ihre Sortieranlage um fast 80% zu erweitern. Und durch die unterschiedlichen Flugzeiten kommen sich die beiden viel weniger in die Quere, als wir ursprünglich befürchtet hatten.


C: Der Flughafen Köln/Bonn sieht sich selbst als besucherfreundlicher Airport und als Ausflugsziel. Die Besucherterrasse, einstmals über drei Etagen verteilt, ist mittlerweile aber zu einem kleinen Flecken zusammengeschrumpft, und aus dem Terminal heraus sieht man fast keinen Flugverkehr mehr. Erst kürzlich wurden die getönten Glasscheiben auf der Terrasse am „C-Stern“ erhöht. Dies hat den Unmut der vielen Spotter (Flugzeugfotografen) erregt, die den Flughafen regelmäßig besuchen. Die Spotter lassen über Parkgebühren und Ausgaben in den Geschäften viel Geld am Flughafen. Zudem sorgen sie als Luftfahrtfans für eine größere Ausgewogenheit in der öffentlichen Meinung, z.B. durch Leserbriefe in der aktuellen Fluglärmdebatte. Nun fühlen sich die Spotter vom Flughafen ausgegrenzt.
Können Sie uns zunächst über die Hintergründe der Erhöhung berichten?


Garvens: Am Flughafen Köln/Bonn gab es kürzlich ein Sicherheitsaudit, bei dem alle Sicherheitsmaßnahmen eingehend überprüft wurden.
Zusätzlich fand fast zeitgleich die Afghanistan-Sicherheitskonferenz statt.
In diesem Rahmen mussten die Scheiben auf der Besucherterrasse erhöht werden, um den behördlichen Sicherheitsanforderungen zu entsprechen.


C: Die Erhöhung ist also keine Maßnahme gegen die Spotter?

Garvens: Nein, natürlich nicht. Das hat uns keinen Spaß gemacht. Diese und weitere Maßnahmen richten sich in keiner Weise gegen die Spotter, für die wir große Sympathien und großes Verständnis haben. Gerade unser Marketingleiter Ulrich Stiller hat ein Herz für die Spotter und arbeitet an kreativen Ideen.
Da wir selbst mit der aktuellen Situation unzufrieden sind, haben wir als kurzfristige Lösung eine provisorische Empore auf der Zuschauerterrasse aufgebaut, die Fotografieren ohne Glas wieder ermöglicht und trotzdem den Sicherheitsanforderungen entspricht.
Mittelfristig wollen wir die gesamte Terrasse und die Besuchereinrichtungen attraktiver gestalten und dauerhafte, ansprechende Lösungen finden, vielleicht mit einer kleinen Restauration. Dazu prüfen wir derzeit verschiedene konkrete Möglichkeiten. Vorbild könnte da Paderborn sein.
Auch an der Familienfreundlichkeit arbeiten wir. Erst kürzlich haben wir in den Wartebereichen beider Terminals Spielmöglichkeiten für Kinder errichtet.
Insgesamt dauert das leider immer alles länger, als man ursprünglich plant, dies liegt zum einen an den langen Laufzeiten für Baugenehmigungen und den gestiegenen Sicherheitsanforderungen, wo ich nur als Beispiel nennen will, dass ich selbst mittlerweile täglich durch die Personenkontrolle muss, obwohl ich ja für die Sicherheit am Flughafen verantwortlich bin. Dies ist kein deutscher Einfall, sondern neues EU-Recht.


C: Apropos Baugenehmigungen, wie sehen die weiteren Pläne für Erweiterungen und Renovierung in den Terminals aus?

Garvens: Wir wollen unser Produkt vereinheitlichen, so dass das gesamte Erscheinungsbild mehr „wie aus einem Guss“ wirkt. Allerdings bauen wir unter Betrieb, so dass wir uns immer nur einzelne Abschnitte vornehmen können. Im Winter soll die Ankunft am B-Stern, im folgenden Winter jene am C-Stern umgebaut werden. Im Winter 2013 folgt dann der Abflugbereich im B-Stern, der analog zum Umbau des C-Sterns erfolgen soll. Auch die Treppenaufgänge im T1 sollen nach und nach neu gestaltet werden, in der Art, wie Sie das ja auch im Forum schon dokumentiert haben. Schließlich wollen wir ein neues, einheitliches und klares Beschilderungssystem einführen. Anfang 2012 soll zudem unsere neue Internetseite online gehen. Darüber hinaus arbeiten wir weiter an Lösungen für ein neues Hotel am Airport.


C: Herr Garvens, Sie haben kürzlich Ihren Vertrag in Köln/Bonn um weitere fünf Jahre verlängert. Was sind Ihre drei wichtigsten Ziele für diese Zeit?


Garvens: Mein Ziel bei den Verkehrseinheiten ist und bleibt, Düsseldorf zu überholen. Wir waren da schon einmal knapp dran und sind auf einem guten Weg. Ich bin mir sicher, dass wir das schaffen können. Auch der Vision der Lowcost-Langstrecke halte ich fest. Darüber hinaus möchte ich, dass der Flughafen weg kommt vom Ausbau-Patchwork und sich den Kunden als eine optisch und funktionell ansprechende Einheit präsentiert.


C: Herr Garvens, wir bedanken uns herzlich für dieses Gespräch und wünschen Ihnen und dem Flughafen Köln/Bonn viel Glück bei der Umsetzung dieser Ziele!

cgn_checker
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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon cgn_checker » Montag, 02. Januar 2012, 23:21:54

Auch mit UPS und Fedex spreche ich intensiv darüber. Fedex wird ohnehin eher am Tag wachsen. Darüber hinaus hat Fedex mit der Boeing 777 ein Flugzeug, das deutlich schneller ist als die MD-11 und auf der Strecke zwischen Köln und Hongkong eine ganze Stunde früher ankommt. Dies ist ein großer Wettbewerbsvorteil gegenüber UPS, die sich das sicherlich nicht lange anschauen werden.


Heißt das, dass FedEx jetzt 777F auf CGN-Hongkong einsetzt ?

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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon EDDK14L » Montag, 02. Januar 2012, 23:50:29

Sehr informatives Interview, danke an Herrn Garvens, dass er sich die Zeit für uns genommen hat!
Ich bin sehr gespannt, inwiefern das Angekündigte umgesetzt werden kann! :)

Wenn wirklich eine praktikable Lösung für das "Spotterproblem" gefunden wird, bauen wir Herrn Stiller ein Denkmal, da sind sich glaube ich alle Spotter einig! :D
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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon bwbollek » Dienstag, 03. Januar 2012, 00:19:29

cgn_checker hat geschrieben:
Auch mit UPS und Fedex spreche ich intensiv darüber. Fedex wird ohnehin eher am Tag wachsen. Darüber hinaus hat Fedex mit der Boeing 777 ein Flugzeug, das deutlich schneller ist als die MD-11 und auf der Strecke zwischen Köln und Hongkong eine ganze Stunde früher ankommt. Dies ist ein großer Wettbewerbsvorteil gegenüber UPS, die sich das sicherlich nicht lange anschauen werden.


Heißt das, dass FedEx jetzt 777F auf CGN-Hongkong einsetzt ?

Nein, leider nicht. Es war ein Beispiel, dass er genannt hat, als wir über das Thema "moderne Frachter" und "Nachtflug" gesprochen haben und soll verdeutlichen, dass moderne Maschinen nicht nur weniger Sprit verbrauchen und weniger Lärm (am Boden) produzieren, sondern dabei auch noch schneller fliegen können.

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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon cgn_checker » Dienstag, 03. Januar 2012, 00:28:05

bwbollek hat geschrieben:
cgn_checker hat geschrieben:
Auch mit UPS und Fedex spreche ich intensiv darüber. Fedex wird ohnehin eher am Tag wachsen. Darüber hinaus hat Fedex mit der Boeing 777 ein Flugzeug, das deutlich schneller ist als die MD-11 und auf der Strecke zwischen Köln und Hongkong eine ganze Stunde früher ankommt. Dies ist ein großer Wettbewerbsvorteil gegenüber UPS, die sich das sicherlich nicht lange anschauen werden.


Heißt das, dass FedEx jetzt 777F auf CGN-Hongkong einsetzt ?

Nein, leider nicht. Es war ein Beispiel, dass er genannt hat, als wir über das Thema "moderne Frachter" und "Nachtflug" gesprochen haben und soll verdeutlichen, dass moderne Maschinen nicht nur weniger Sprit verbrauchen und weniger Lärm (am Boden) produzieren, sondern dabei auch noch schneller fliegen können.


Schade

stekar87
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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon stekar87 » Dienstag, 03. Januar 2012, 00:55:53

Erstmal vielen Dank für dieses interessante und extrem kurzweilige Interview! Ich bin sicher, dass Herr Garvens nun auch sehr angeregt die Reaktionen auf ebendieses verfolgen wird ;)

Für mich zeigt es in erster Linie, dass am Flughafen mit einer gehörigen Portion Realismus gearbeitet wird (und das ist positiv gemeint), dabei wichtige Ziele aber nicht aus den Augen verloren werden. Wenn auch "hinter den Kulissen" nach diesem Grundsatz verfahren wird, ist das mit Sicherheit zu begrüßen. Einige Anmerkungen/Gedanken von meiner Seite:

Lowcost-Langstrecke
Sehr interessant, dass dieser Gedanke nach wie vor verfolgt wird. Die Erfahrung zeigt jedoch aus meiner Sicht, dass dieses Modell keine allzu große Chance (mehr) hat. Günstige Flugangebote gibt es - vor allem Richtung Amerika, aber auch nach Asien - immer mal wieder, teilweise sogar sehr gute. Ein Lowcost-Anbieter müsste diese Preise nochmals deutlich unterbieten; eigentlich kaum vorstellbar, wenn man bedenkt, wieviele Gebühren und Steuern heutzutage alleine auf so einer Buchung drauf sind. Ergo müsste sich ein solcher Anbieter allein aus Kostengründen aus meiner Sicht über deutlich schlechteren Service definieren, und das ist etwas, was glaube ich in diesem Segment nicht so gut bei der Kundschaft ankommt. Kurzum: Ich persönlich bezweifle, dass dieses Modell wirtschaftlich sinnvoll zu betreiben ist.

Nachtflug/Frachter
100% Zustimmung vin meiner Seite. Und immernoch finde ich es sehr bedauerlich, wieso solche Worte in der Öffentlichkeit kaum Gehör finden und die öffentliche Meinung tlw. bewusst ganz massiv in eine andere Richtung gedrängt wird (Beispiel Ksta).

Germanwings / Lowcost / Anwerbung von Alternativen
Meines Erachtens sollte man sich nicht mehr so auf die Definition LowCost/Legacy versteifen. Viel mehr haben wir heute eine Unterscheidung zwischen abhängigen/allianzgebundenen und unabhängigen Airlines. Eine Definition einer Airline über das Preisgefüge, wie es früher einmal war, ist für mich nicht mehr zeitgemäß und kann nur noch in ganz wenigen, krassen Fällen wirklich hinzugezogen werden (Ryanair, easyJet, Wizzair). Die Grenzen sind inzwischen vollkommen verwischt und die klassischen Airlines heutzutage preislich absolut konkurrenzfähig. Köln/Bonn ist demnach für mich nach wie vor interessant für unabhängige Airlines, und das sollte auch weiterhin die Strategie sein, solange Legacy's nicht aus den Augen verloren werden, denn das Beispiel Air France zeigt ganz deutlich, dass auch hier Erfolge möglich sind.
Und, verehrter Herr Garvens, selbstverständlich ist den meisten Usern hier bewusst, dass wir uns in einem sehr schwierigen Markt befinden, was die Neuakquise von Airlines angeht. Jedoch müssen Sie sich den Vorwurf gefallen lassen, dass es zumindest in der Außendarstellung in den letzten Jahren immer noch so wirkte, als habe Germanwings in Köln/Bonn einen Heiligenstatus. Natürlich ist die Airline noch immer der mit Abstand wichtigste Partner im Passagiersektor, gar keine Frage, jedoch muss es für andere Airlines auch möglich sein, auf Strecken, die eindeutig unterversorgt sind, zu dieser Airline in Konkurrenz zu treten. Auch Germanwings hat sich leider an einige Absprachen/öffentliche Ankündigungen nicht gehalten, was dann auch mal offen angesprochen werden darf (Frequenzerhöhung nach Rom, Barcelona/jetzt Jahre später endlich umgesetzt; auch wurde öffentlich die Neuaufnahme der Strecke Köln-Palermo angekündigt, um nur einige Beispiele zu nennen). Das gesunde Maß muss wieder hergestellt werden, so zumindest meine Meinung.

Charter
DUS ist und bleibt aus der Historie heraus nunmal der big player in diesem Segment und alles andere wird nicht so richtig angenommen, das zeigt nicht zuletzt auch das Beispiel Dortmund, wo man in diesem Bereich sicher auch noch einiges rausholen könnte. Nichts desto trotz ist in den letzten Jahren hier einiges passiert, wenn ich nur mal an die Stationierung des ITS-Ferienfliegers (Abwerbung aus DUS) oder die aktuell geplante, massive Ausweitung des SunExpress-Netzes zum kommenden Sommer denke. Trotzdem bietet das Segment auch aus meiner Sicht noch Luft nach oben, gerade weil auch immer mehr kleine Anbieter in den Markt drängen und für Furore sorgen, die sich in DUS noch nicht so bequem eingerichtet haben wie eine TUI oder Thomas Cook. Nicht vergessen dürfen wir aber hierbei, dass auch viele interessante Nischenziele über Reiseveranstalter mit Germanwings gebucht werden können (Dubrovnik, Zadar, Alghero, um nur einige zu nennen). Herr Garvens, kommen Sie doch mal nach Porz-Finkenberg auf einen Kaffee vorbei, ich habe gehört da soll auch noch ein ziemlich großer Veranstalter ansässig sein ;)

Freue mich auf eine angeregte Diskussion, aber nicht mehr zu später Stunde. Vielleicht fällt mir morgen noch was ein ;)
Bild

touchdown99

Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon touchdown99 » Dienstag, 03. Januar 2012, 10:46:36

Mittelfristig wollen wir die gesamte Terrasse und die Besuchereinrichtungen attraktiver gestalten und dauerhafte, ansprechende Lösungen finden, vielleicht mit einer kleinen Restauration. Dazu prüfen wir derzeit verschiedene konkrete Möglichkeiten. Vorbild könnte da Paderborn sein.


Was ist da in PAD so vorbildlich?

Moritz J.
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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon Moritz J. » Dienstag, 03. Januar 2012, 11:12:19

touchdown99 hat geschrieben:
Mittelfristig wollen wir die gesamte Terrasse und die Besuchereinrichtungen attraktiver gestalten und dauerhafte, ansprechende Lösungen finden, vielleicht mit einer kleinen Restauration. Dazu prüfen wir derzeit verschiedene konkrete Möglichkeiten. Vorbild könnte da Paderborn sein.


Was ist da in PAD so vorbildlich?



Sieht so aus: http://www.wirtschaftinwestfalen.de/kau ... 05/124.jpg

MartinM
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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon MartinM » Dienstag, 03. Januar 2012, 16:27:07

Hallo zusammen

ich finde es echt klasse, dass sich Herr Garvens die Zeit genommen hat, um sich mit unserer Forenleitung zu treffen, ein großes Dankeschön dafür Das Interview finde ich ebenfalls recht informativ und mal sehen, was die Zeit mit sich bringt und was von alle dem auch in die Realität umgesetzt wird.

Gruß Martin Morkowsky (BF)

jonni
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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon jonni » Dienstag, 03. Januar 2012, 17:42:47

Vielen Dank für das Onlinestellen des Interviews. Es enthält meiner Meinung nach einige sehr interessante und für dieses Forum wichtige Aussagen.

Ein Hinweis darauf, dass Herr Garvens dieses Forum durchaus ließt (oder sich zumindest darüber berichten lässt) und es nicht nur behauptet, ist der Hinweis auf die Fotos zu den neuen Treppenhäusern. Für mich interessant war der Aspekt, dass die beiden Ankünfte im T1 und der C-Stern renoviert werden sollen. Dies ist dringend notwendig. Überraschend findet sich aber kein Hinweis zum Umbau des P1.

Für die Community halte ich es für wichtig festzuhalten, dass Herr Garvens deutlich macht, dass anders als hier im Forum behauptet, der Flughafen es nur darauf anläge, die Spotter zu vergraulen. Ich persönlich fand diese Diskussion sehr unfair. Auch die Reaktionen auf das meiner Meinung nach gelungene Provisorium (endlich kann ich nämlich auch die Flugzeuge im Anflug in Ruhe betrachten ohne durch hin- und her rennende Spotter umgerannt oder sonstwie gestört zu werden - ich fotografiere nämlich nicht) waren doch sehr einseitig. Sofort wurde kritisiert, dass dies nur ein Provisorium sei und doch bitte sofort eine Dauerlösung gebaut werden soll. Festzuhalten bleibt, dass es am CGN eine kostenlose Terrasse gibt und die Möglichkeiten für Spotter ohne Leiter besser sind als vorher. Vorher wurden häufig auch Sitzbänke zum Stehen zweckentfremdet. Die Sitzlehnen litten darunter deutlich, teilweise auch meine Hose bei späterem Sitzen auf den Bänken.

Die Möglichkeiten des Flughafens bei der Gewinnung neuer Strecken sind nicht so, wie sich viele Spotter das hier vorstellen. Der Flughafen hat Reduktionen hinnehmen müssen, die aber primär nicht gegen den CGN gerichtet sind, sondern strategischer Natur sind (z.B. AB-Konzentration auf DUS). Dies hat Herr Garvens meiner Meinung nach gut dargelegt. Natürlich würde ich mir auch mehr "exotische" Airlines am CGN wünschen. Es ist aber viel wichtiger, dass die großen Kunden (AB, LH, 4U) (werk-)tägliche Frequenzen auflegen und beibehalten als ein wöchentlicher Flug von z.B. Kuban Airlines. Dies wird hier im Forum aber oft auch anders gedeutet.

Bei der Entwicklung zu den LCCs muss ich stekar87 absolut zustimmen. Das sehe ich genau so. Insbesondere die europäischen Legacys (eine ähnliche Entwicklung gibt es auch in den USA aber unter etwas anderen Vorzeichen) haben ihre Einstiegspreise reduziert, gleichzeitig aber auch den Service eingeschränkt (beispielsweise BOB bei IB, NEK und "125 Meilen" der Lufthansa). Die LCCs haben gleichzeitig größere Flughäfen ins Visier genommen und das Preisniveau häufig angehoben. Die Zeit der "echten Billigfliegerei" ist in Europa wohl erst einmal vorüber. Ryanair ist praktisch das letzte "gallische Dorf", gerät aber aus meiner Perspektive zunehmend unter Druck, da die Regionen und Flughäfen nicht mehr so sponsern wie früher, weil sie sehen, dass der erhoffte Ertrag nicht erwirtschaftet wird. Zusätzlich wird auch Boeing FRs Spiel auf Dauer nicht mehr mitmachen. Das Konzept ist nach meiner Einschätzung ohne Änderung nicht auf Dauer Gewinn bringend zu betreiben.

Bei der Langstrecke glaube ich aber, dass es durchaus Marktpotenziale gibt. Allerdings ist insbesondere der ("Billig-")Markt nach Asien derzeit durch die Gulfcarrier gut abgedeckt. Da wird es schwierig profitabel zu werden. Ich denke Air Asia X merkt das gerade. Generell halte ich es aber für möglich, nonstop Low-Cost-Verkehre zwischen Europa und Asien zu etablieren. Derzeit ist dies zwischen Asien und Australien zu beobachten (hier gibt es nur eingeschränkte Konkurrenz durch EK und Co.). Allerdings sehe ich das ähnlich wie Herr Garvens. Es ist wohl kaum möglich mit gebrauchten A343 oder B772 (wie SQ es versuchen möchte) gegen EKs 77W mit 10 Sitzen pro Reihe zu konkurrieren. Vor allem wenn man die Subventionen in Dubai bedenkt.

Ein heikles Thema ist sicherlich die Fracht in der Nacht. Sie ist wichtiger Bestandteil des Geschäftskonzepts am CGN, aber auch genau so umstritten. Leider wird die Debatte sehr hitzig und emotional geführt. Die Berichterstattung in den Kölner Medien (insbesondere beim Quasimonopolisten DMS) ist nicht frei von Eigeninteresse. Schlagzeilen, die die Bürger direkt betreffen und emotional ansprechen, lassen Zeitungen besser verkaufen. Ich halte es für wichtig, dass die Community hier zwar parteiisch diskutiert, aber nicht emotional oder beleidigend wird. Nur dann kann man hoffen, in der Diskussion als ernstzunehmender Diskutant beteiligt zu werden. Hier wird beispielsweise häufig kritisiert, dass die Studien der Nachtfluggegner nicht objektiv seien und die Argumente nicht die mit dem Nachtflug zusammenhängenden wirtschaftlichen Gewinne einbeziehen. Ich finde, dass man das aber genauer darlegen und ausführen muss und es nicht einfach so behaupten kann.

Für mich persönlich war das Highlight 2011, dass mit Ural Airlines eine russische Fluggesellschaft einen der Zukunftsmärkte bedienen wird. Ich hatte nicht gedacht, dass das in näherer Zeit passieren würde.

Lasst uns alle auf eine positive Entwicklung am CGN hoffen.
380 744 772 343 342 333 332 M11 ILW IL9 AB6 763 762 312 753 752 IL6 32B 321 32N 32A 320 319 TU5 T20 M93 M82 M87 739 73H 738 73W 73G 736 734 733 735 73S CS1 YK2 SU9 AR1 AR8 143 142 E95 E90 E70 100 F70 TU3 CR9 CR7 CR2 ER4 DH4 AT7 AT4 F50 AN4 YK4 EM2 SF3 J31

qantasa380
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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon qantasa380 » Dienstag, 03. Januar 2012, 18:24:11

Guten Abend zusammen,

so, als Erstes möchte ich mich den anderen anschließen, und zu diesem sehr guten Interview gratulieren.

Was mir sehr positiv direkt aufgefallen ist, dass Hr. Garvens das Geschehen der CGN-Community wohl genau verfolgt.

Auf den Inhalt des Interview's möchte ich jetzt nicht eingehen, da es sich von selbst erklärt. Es wurden mit diesem Interview sehr viele Fragen
beantwortet, die vorher lange hier diskutiert wurden. Und hier möchte ich jetzt doch ansetzen.

Ich hoffe, Hr. Garvens bekommt diesen Kommentar mit.

Wäre es nicht eine gute Überlegung, den Flughafen selber, in diese Community mit einzubeziehen?? Soll heißen, dass eine Rubrik eingerichtet
wird, wo der Flughafen für uns Spotter die neuesten Informationen direkt geben kann. Damit würde man sehr viele Spekulationen, wie bei der
Glaserhöhung, dirket ausschalten. Damit würden die Diskussionen auch schneller auf den Punkt gebracht.

Da der Kontakt zum Flughafen ja so gut ist, sollte man doch auch überlegen, ein solches Interview vielleicht alle 6 Monate zu machen, um die
neuesten Entwicklungen zu erfahren.

Zum Schluss noch eines, großes Kompliment an die Moderatoren der CGNC, dass die sich hier so für uns alle Spotter einsetzen. Macht weiter so.

Gruß
Qantasa380 :thanks: :fly:

HLX4U
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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon HLX4U » Dienstag, 03. Januar 2012, 18:28:19

qantasa380 hat geschrieben:
Da der Kontakt zum Flughafen ja so gut ist, sollte man doch auch überlegen, ein solches Interview vielleicht alle 6 Monate zu machen, um die
neuesten Entwicklungen zu erfahren.


"Kontakte" in Form von persönlichen Gesprächen oder Telefonaten gibt es ja regelmässig! Gerade im Falle der Erhöhung der Scheiben haben die Leitungen geglüht ;) . Wir wollten nur diesbezüglich wirklich auf eine offizielle Antwort warten.
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cgn_checker
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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon cgn_checker » Dienstag, 03. Januar 2012, 18:30:16

qantasa380 hat geschrieben:Wäre es nicht eine gute Überlegung, den Flughafen selber, in diese Community mit einzubeziehen?? Soll heißen, dass eine Rubrik eingerichtet
wird, wo der Flughafen für uns Spotter die neuesten Informationen direkt geben kann. Damit würde man sehr viele Spekulationen, wie bei der
Glaserhöhung, dirket ausschalten. Damit würden die Diskussionen auch schneller auf den Punkt gebracht.

Das habe ich auch schon überlegt.
Ich finde die Idee auch gut

alex330
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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon alex330 » Dienstag, 03. Januar 2012, 21:35:57

So einfach geht das nicht. Der Flughafen hat seine eigenen Informationsmedien, die CGN-Homepage und Facebook.
Ihr müsst bedenken, dass - würden wir eine Flughafen-eigene Rubrik bekommen - eine ganze Reihe von Interessensgruppierungen das selbe haben möchten.
Das kann der Airport nicht leisten.

Wir haben einen "heißen Draht" zum Airport. Nicht immer zu Herrn Garvens, aber zu weiteren ranghohen Personen am Flughafen.
Wenn es da etwas zu kommunizieren gibt, dann wird das schon laufen.

Ähnlich dürfte es sich verhalten, wenn es um Verhandlungen mit Airlines oder noch ganz andere Dinge geht.
Nicht jede Airline wird sich freuen, wenn der Status von Streckenverhandlungen auf einmal in einem Hobbyforum steht... ;)

stekar87
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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon stekar87 » Dienstag, 03. Januar 2012, 23:26:11

Stattdessen könnte man doch vielleicht kreative Ideen für die Gestaltung/den Ausbau der neuen Homepage sammeln (ohne jetzt zu große Erwartungen zu schüren). Vielleicht wird mittelfristig etwas schönes dabei sein, was umgesetzt werden kann und am Airport auch Gehör findet. Als erstes Beispiel wurde ja an anderer Stelle bereits mal den Vorschlag "Webcam" ins Leben gerufen, die Angabe von Gates/Parkpositionen wäre eine andere, die mir ganz spontan einfallen würde. Sollte aber dann, wenn, meiner Meinung nach in einem anderen, separaten Thread weitergeführt werden.
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bwbollek
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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon bwbollek » Dienstag, 03. Januar 2012, 23:41:50

qantasa380 hat geschrieben:Da der Kontakt zum Flughafen ja so gut ist, sollte man doch auch überlegen, ein solches Interview vielleicht alle 6 Monate zu machen, um die
neuesten Entwicklungen zu erfahren.

Zum Schluss noch eines, großes Kompliment an die Moderatoren der CGNC, dass die sich hier so für uns alle Spotter einsetzen. Macht weiter so.


Vielen Dank für die Blumen. Ich spreche hier mal für das ganze Team. :thanks:

Ein regelmäßiges Interview verliert dann aber aus meiner Sicht auf Dauer auch irgendwie seinen Reiz. Dazu kommt der damit verbundene Aufwand - Vor- und Nachbereitung nehmen doch schon einiges an Zeit in Anspruch. Wir sind keine Journalisten, sondern betrachten/betreiben das Thema Luftfahrt und damit auch dieses Forum als Hobby neben unseren Berufen. Ich denke mit der momentanen Situation können wir daher alle recht gut leben. :)

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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon EDDK14L » Mittwoch, 04. Januar 2012, 00:52:27

stekar87 hat geschrieben:[...] Als erstes Beispiel wurde ja an anderer Stelle bereits mal den Vorschlag "Webcam" ins Leben gerufen, die Angabe von Gates/Parkpositionen wäre eine andere, die mir ganz spontan einfallen würde.[...]


*Like*

Beides sehr gute Ideen; das erste wäre wohl für Spotter interessant, das zweite z.T. für Spotter, auf der anderen Seite aber auch für die "Flusinierer" unter uns (zu denen auch ich mich zählen darf). "As real as it get's" ohne reale Parkposition - geht garnicht. :D

jonni hat geschrieben:[...]
Für die Community halte ich es für wichtig festzuhalten, dass Herr Garvens deutlich macht, dass anders als hier im Forum behauptet, der Flughafen es nur darauf anläge, die Spotter zu vergraulen. Ich persönlich fand diese Diskussion sehr unfair. Auch die Reaktionen auf das meiner Meinung nach gelungene Provisorium (endlich kann ich nämlich auch die Flugzeuge im Anflug in Ruhe betrachten ohne durch hin- und her rennende Spotter umgerannt oder sonstwie gestört zu werden - ich fotografiere nämlich nicht) waren doch sehr einseitig. Sofort wurde kritisiert, dass dies nur ein Provisorium sei und doch bitte sofort eine Dauerlösung gebaut werden soll. Festzuhalten bleibt, dass es am CGN eine kostenlose Terrasse gibt und die Möglichkeiten für Spotter ohne Leiter besser sind als vorher. Vorher wurden häufig auch Sitzbänke zum Stehen zweckentfremdet. Die Sitzlehnen litten darunter deutlich, teilweise auch meine Hose bei späterem Sitzen auf den Bänken. [...]


Jetzt alles negative auf die "dummen Spotter" zu schieben finde ich aber auch nicht fair.
Natürlich war anfangs ein wenig Schärfe in der Diskussion, durchaus auch teilweise der einseitige Blick.

der Flughafen es nur darauf anläge, die Spotter zu vergraulen

Diese Aussage ensprach keinesfalls der allgemeinen Meinung. Das war eine Einzelstimme. Zumindest wurde es nur einmal so konkret geäußert.

endlich kann ich nämlich auch die Flugzeuge im Anflug in Ruhe betrachten ohne durch hin- und her rennende Spotter umgerannt oder sonstwie gestört zu werden - ich fotografiere nämlich nicht

Wenn Du ungestört sein möchtest, stellst Du dich am besten in die Heide. Andere Leute, ob Kinder, Erwachsene oder eben auch die ach so animalischen Spotter wirst Du auf der Terrasse nahezu immer finden.

Sofort wurde kritisiert, dass dies nur ein Provisorium sei und doch bitte sofort eine Dauerlösung gebaut werden soll

Kritisieren ist doch okay, oder? Schließlich hieß es doch auch, dass wir Verbesserungsvorschläge mit einbringen dürfen die dann zu einem praktikablen und festen Spotterplatz führen.
"Dass bitte sofort eine Dauerlösung gebaut werden soll" finde ich ein bisschen mit den falschen Akzenten formuliert. Es wurde lediglich gesagt, dass das Provisorium seinen Zweck erfüllt, jedoch natürlich nicht ideal aussieht. Das verleiht der Airport-Optik natürlich auch eine kleine Macke, in der Hinsicht ist das Ganze nur nett gemeint denke ich - von einer mürrischen und sturen Forderung (wie ich das aus deiner Formulierung entnehmen würde) habe ich nichts gelesen.

Nichts für ungut, just my 2 pence ;)


Noch etwas, was ich in meinem ersten Post zum Interview noch nicht geäußert hatte, hier allerdings bereits erwähnt wurde:
Ich finde es sehr erfreulich und auch ein wenig erstaunlich, dass sich Herr Garvens die Zeit nimmt, hier im Forum so ausführlich mitzulesen! Das kann man weißgott nicht von ihm erwarten, er hat garantiert besseres zu tun :D

Das wollte ich nur noch einmal unterstreichen :)

LG Timo
Meine Bilder bei Planepictures.net
Meine Bilder bei Airliners.net

alex330
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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon alex330 » Mittwoch, 04. Januar 2012, 09:56:48

Airportfan_Cologne hat geschrieben:
stekar87 hat geschrieben:[...] Als erstes Beispiel wurde ja an anderer Stelle bereits mal den Vorschlag "Webcam" ins Leben gerufen, die Angabe von Gates/Parkpositionen wäre eine andere, die mir ganz spontan einfallen würde.[...]


*Like*

Beides sehr gute Ideen; das erste wäre wohl für Spotter interessant, das zweite z.T. für Spotter, auf der anderen Seite aber auch für die "Flusinierer" unter uns (zu denen auch ich mich zählen darf). "As real as it get's" ohne reale Parkposition - geht garnicht. :D

Gute Ideen!
Die Webcam wurde hier ja schon angeprochen, ist aber leider bei mir irgendwie untergegangen.
Ich werd's beim nächsten Gespräch anbringen :)


Jetzt alles negative auf die "dummen Spotter" zu schieben finde ich aber auch nicht fair.
Natürlich war anfangs ein wenig Schärfe in der Diskussion, durchaus auch teilweise der einseitige Blick.

Das hat er ja auch gar nicht gemacht.
Aber es stimmt schon, dass einige wenige es nicht mal geschafft haben "danke" zu sagen und direkt kritisiert haben.
So etwas fällt wirklich negativ ins Auge und ist nicht das, was unser Forum ausmachen sollte.
Konstruktive, sachliche Kritik - manchmal auch mit dem nötigen Nachdruck - ist hingegen ist völlig ok.

endlich kann ich nämlich auch die Flugzeuge im Anflug in Ruhe betrachten ohne durch hin- und her rennende Spotter umgerannt oder sonstwie gestört zu werden - ich fotografiere nämlich nicht

Wenn Du ungestört sein möchtest, stellst Du dich am besten in die Heide. Andere Leute, ob Kinder, Erwachsene oder eben auch die ach so animalischen Spotter wirst Du auf der Terrasse nahezu immer finden.

Na na, hier schaukelst Du Dich vielleicht selbst ein bisschen hoch ;)
Als normal Luftfahrtinteressierter, z.B. als Familienpapa mit Kindern, wird man zunächst einmal auf der Terrasse landen und nicht in der Wahner Heide. Bis man nämlich in der Heide an passenden Plätzen angekommen ist, haben die Kinder schon dreimal "den Dienst verweigert".
Die Leitern auf der Terrase sind aber dann wirklich störend für diejenigen, die nur schauen und nicht fotografieren wollen.
Und aus meinen Sicht müssen die Spotter da auch Rücksicht drauf nehmen.
Mit der neuen "Empore" ist das ja zum Glück nun anders geworden.

Ich finde es sehr erfreulich und auch ein wenig erstaunlich, dass sich Herr Garvens die Zeit nimmt, hier im Forum so ausführlich mitzulesen! Das kann man weißgott nicht von ihm erwarten, er hat garantiert besseres zu tun :D

Das wollte ich nur noch einmal unterstreichen :)

Gut, dass Du das sagst, auch das ist ein wichtiger Punkt :)
Ich denke, solange wir hier sachlich-konstruktiv diskutieren und auch mal kritisieren, können wir für den Airport sogar von Nutzen sein.
Diesen Status sollten wir uns erhalten - über viele Vorschläge und Anregungen, die aber immer im passenden Tonfall bleiben :)
qantasa380 hat geschrieben:Da der Kontakt zum Flughafen ja so gut ist, sollte man doch auch überlegen, ein solches Interview vielleicht alle 6 Monate zu machen, um die
neuesten Entwicklungen zu erfahren.

Zum Schluss noch eines, großes Kompliment an die Moderatoren der CGNC, dass die sich hier so für uns alle Spotter einsetzen. Macht weiter so.

Auch von mir hier ein Dankeschön :)
Ich halte es durchaus für möglich, dass wir zu gegebener Zeit nochmal ein solches Interview führen können.
Dass dies möglich war, ist für mich wirklich toll.
Aber alle 6 Monate wird wohl für uns einfach zu viel, insgesamt habe ich weit mehr als einen ganzen Arbeitstag in dieses Interview hier investiert, my family was not amused... ;)

PS: Und jetzt würde ich mich noch freuen, wenn auch die anderen Punkte des Interviews ausführlicher diskutiert würden (so wie stekar und jonni dies z.B. getan haben) und nicht nur der Schwerpunkt auf der Terrasse läge ;)

Michael
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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon Michael » Mittwoch, 04. Januar 2012, 12:23:23

Tolles Interview, mit sehr direkten Aussagen. Sowas würde man von Aerointernational mal erwarten.

2 Sachen sind mir aufgefallen: LH Cargo wurde nicht erwähnt - mich hätte interessiert, ob der Flughafen hier aktiv an weiteren Flügen von LH Cargo interessiert ist (schließlich gab es insbesondere zu dem Chinaflug ja sehr kritische Stimmen).

Verkehrseinheiten: Naja, war ja klar dass das wieder herausgekramt wird ;)

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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon PHX Flyer » Mittwoch, 04. Januar 2012, 13:49:09

Etwas verspaetet, aber nichtsdestowenigertrot ganz herzlichen Dank an Holger und Alex für das gelungene Interview.
Ich muss sagen, dass ich mit Herrn Garvens übereinstimme, dass wir hier im Forum auch vermehrt über die wirtschaftliche Entwicklungen in der Luftfahrt diskutieren, insbesondere wenn sie möglicherweise Auswirkungen auf CGN haben.

Es ist schon etwas betrüblich, dass er die Passage-Entwicklung am CGN auch wesentlich verhaltener sieht - der Optimismus der vergangenen Dekade ist offenbar einer gewissen Ernüchterung gewichen.

Den Restoptimismus kann ich auch nicht ganz teilen, nämlich dass die Einführung der B787 gewissermassen zu einem "Mini-Boom" im LCC-Verkehr zwischen Europa und Fernost führen wird. Oasis Hong Kong und Air Asia X haben m.E. gezeigt, dass das Konzept nicht tragbar ist. Natürlich habe die größeres und älteres Gerät benutzt, allerdings war das in der Anschaffung auch wesentlich billiger.

Wenn es jemals wieder zu Passagier-Langstrecken ab Köln kommt, wird das zuerst wieder über den Atlantik gehen, weil das Aufkommen in dem Segment insgesamt viel größer ist als nach Asien und es dementsprechend wahrscheinlicher ist, dass da auch mal ein paar Brosamen für CGN abfallen. Allerdings habe ich 2006 geschrieben, dass die Streichung der Continental-Verbindung uns zehn Jahre zurückwirft, und die sind noch lange nicht um ...

Allerdings behalte ich mir auch einen gewissen (Rest-)Optimismus vor: Die Negativentwicklung in CGN ist auschliesslich auf die Umverteilung nach DUS zurückzuführen. Dort hat sich, bedingt durch die Konkurrenzsituation zwischen Air Berlin und Lufthansa, eine Blase entwickelt, und seit 2008 weiss ja wohl jeder, wie sich Blasen weiterentwickeln ... auch die in DUS wird irgendwann platzen und dann werden die Karten wieder neu gemischt. Dennoch werden DUS und CGN auch weiterhin das Größte Quellaufkommen aufweisen, und das lässt hoffen, das es immer wieder Airlines gibt, die NRW als "Spoke" von deren Heimatflughäfen aus bedienen. Was US-Fluglinien angeht, macht das bislang nur eine - da bleiben immer noch drei, möglicherweise in ein paar Jahren vier. Mit dem Aufbau der Cargo-Infrastruktur gewinnt da auch CGN an Attraktivität, und viele Airlines versuchen, mit beiden Rumpfhälften eines Fliegers Geld zu verdienen ... Nicht zuletzt gewinnt Köln in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht auch zunehmend an Bedeutung. Der Aufstieg in den Staedte-Rankings in 2011 is schon beeindruckend. Auch das sollte sich irgendwann in den Passagierdaten des Flughafens widerspiegeln, wenn das Wort erstmal die Runde macht.
Wenn du das Fliegen einmal erlebt hast, wirst du für immer auf Erden wandeln, mit deinen Augen himmelwärts gerichtet. Denn dort bist du gewesen und dort wird es dich immer wieder hinziehen. - Leonardo da Vinci

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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon jonni » Mittwoch, 04. Januar 2012, 16:08:39

Airportfan_Cologne hat geschrieben:Jetzt alles negative auf die "dummen Spotter" zu schieben finde ich aber auch nicht fair.
Natürlich war anfangs ein wenig Schärfe in der Diskussion, durchaus auch teilweise der einseitige Blick.


Hallo,

das ist sicherlich auch nicht fair. Ich meinte das eigentlich auch nicht in der Schärfe, wie es wohk verstanden wurde. Es tut mir leid, wenn ich das in schriftlicher Form nicht so zum Ausdruck bringen konnte. Manche der Äußerungen waren eher mit einem kleinen Schmunzeln gemeint; ich hätte wohl mehr Smilies benutzen sollen. :oops: :idea:

Der Eindruck über die Diskussionen hier im Forum geben meinen subjektiven Eindruck wieder. Andere Leser können natürlich einen anderen Eindruck gewinnen. Ich finde aber, dass man meinen Standpunkt als unbeteiligter Leser durchaus bekommen kann. Ich war sehr überrascht über den Ton als die Diskussion damals hier im Forum los ging, weil ich dies in diesem Forum bis dahin nicht mitbekommen habe (Im Gegensatz zum alten DUS-Forum, ich hoffe, dass es im Neuen nicht wieder so losgeht. Siehe hier: http://www.dus-spotter.de/index.php?pag ... #post69760).

Man darf nicht alle Spotter über einen Kamm scheren. Auf den Terrassen haben nur verschiedene Gruppen verschiedene Interessen. Dabei habe ich manchmal auch negative Erlebnisse gehabt. Dies aber nicht nur in Köln, sondern auch an anderen Flughäfen weltweit. Manche Spotter sind ganz heiß auf ihr besonderes Foto. Manche sehen dann nur noch ihren Fotoapparat und das Objekt der Begierde. Ob dort Familien einen Ausflug machen oder Mobiliar beschädigt wird, spielt dann im "Rausch" manchmal nur eine untergeordnete Rolle. Ich bin nicht nur einmal (am CGN allerdings nur einmal von einem noch sehr jungen Spotter) umgerannt worden, obwohl ich nur an der Scheibe oder an der Brüstung der Plattform stand. Die Sitzbänke am CGN dienten häufig als Leiterersatz. Deren Rückenlehnen sind waren aber konstruktionsbedingt schon kaum in der Lage etwas korpulenteren Menschen Stand zu halten

Ich bin kein Anti-Spotter. Ich freue mich immer über schöne Fotos, insbesondere bei Besonderheiten, wenn ich nicht zum Flughafen konnte. Danke dafür an die Fotografen.
:fotos:

Die Terrasse dient auch der Verbesserung der Beziehungen zur Bevölkerung, deren negative Einstellung in diesem Forum immer mal wieder kritisiert wurde. Das alles führt aber sehr zu OT. Man könnte das vielleicht in einem anderen Thread diskutieren, muss man aber auch nicht unbedingt. ;)

Aber wieder zurück zum Interview: Sehr interessant finde ich die ICE-Fahrtzeit von Herrn Garvens. Selbst von Siegburg aus brauchen die schnellsten Züge 40 Minuten, vom Flughafen Köln/Bonn, dem Hauptbahnhof oder Deutz dauert die Fahrt etwa eine Stunde. Dies ändert aber auch nichts an der Gültigkeit der Kernaussage.

PHX Flyer hat geschrieben:Wenn es jemals wieder zu Passagier-Langstrecken ab Köln kommt, wird das zuerst wieder über den Atlantik gehen, weil das Aufkommen in dem Segment insgesamt viel größer ist als nach Asien und es dementsprechend wahrscheinlicher ist, dass da auch mal ein paar Brosamen für CGN abfallen. Allerdings habe ich 2006 geschrieben, dass die Streichung der Continental-Verbindung uns zehn Jahre zurückwirft, und die sind noch lange nicht um .


Ich sehe es auch so, dass die Streichung den Flughafen zurückgeworfen hat und vor allem andere Fluggesellschaften auf dem Nordatlantik abhält, CGN anzufliegen. Ich glaube zwar, dass man auch ab CGN eine Langstrecke Richtung New York profitabel betreiben kann. Notwendige Voraussetzung ist aber eine entsprechende Bekanntheit und Vielfliegerbasis in Deutschland und den USA. Dies erfüllen eigentlich nur Mitglieder in Allianzen. Derzeit sehe ich aber keine potenzielle Fluggesellschaft. Nordamerikanische Oneworld- und Star-Alliance-Gesellschaften flögen schon aufgrund besserer Anschlüsse nach Düsseldorf (oder Frankfurt). Delta ist bereits in DUS.

Nach Asien, insbesondere den Wachtstumsmarkt China, darf man aber nicht außer Acht lassen. Hier gibt es noch eine starke staatliche Regulierung, sodass sich einige chinesische Fluggesellschaften auch freuen würden, nach Köln fliegen zu dürfen.

Potenzielle Langstrecken-LCCs müssen ein komplett neues Geschäftsmodell entwickeln. Die klassischen "low costs" wie kurze Umlaufzeiten, nur Direktflüge, schlanke Verwaltung, Gebühren für Gepäck und Essen an Bord, müssten den Nachteil eines fehlenden Feeder-Netzwerks ausgleichen. Das wird schwierig. Ich glaube nicht, dass die 787 das klassische LCC-Langstreckenflugzeug wird. Man wird nur mit Hilfe von Masse profitabel sein können. Ich würde als eher auf eine zukünftige 77W-NG mit 10er-Bestuhlung tippen. Wichtig ist, dass man Geschäftsreisende gewinnt. Für einen 2-Stunden-Flug nehmen diese auch in einem Ryanairflieger Platz, für längere Flüge ist aber eine konkurrenzfähige Businessclass notwendig. Die kostet Geld und verwässert das Konzept. Zusätzlich spielt Fracht auf der Langstrecke ebenfalls eine wichtige Rolle. Das darf man nicht außer Acht lassen.

In naher und mittlerer Zukunft sehe ich aber in Köln keine Langstrecke, weder Legacy noch Lowcost.

Die Äußerungen zur Entwicklung in Düsseldorf sind hier unterschiedlich. Auf der einen Seite wird erwartet, dass es zu einem "Zusammenbruch der Blase" kommt, auf der anderen Seite erwartet man, vom Boom zu profitieren, da in DUS in absehbarer Zeit keine Kapazitäten mehr frei sein werden. Komisch.
Mein Eindruck ist, dass es LH genau darauf anlegt, dass die Blase explodiert. Man versucht AB an den wichtigen Märkten (DUS, BER) so stark unter Druck zu setzen, dass AB irgendwann kollabiert. Bisher schien die Strategie aufzugehen. Mit dem Einstieg von Etihad wird man abwarten müssen, da AB so eine finanzielle Verschnaufpause bekommen hat.

Am Beispiel von DUS sieht man, dass Konkurrenz beflügelt. Daher war es eine sehr komfortable Situation am CGN als HLX und 4U hier ihre Basen hatten. Davon ist nichts mehr übrig geblieben. CGN steht aber trotz praktischen Abzug eines wichtigen Kunden (HLX) immer noch sehr gut da. Andere ehemalige Hubs oder Basen sehen da teilweise ganz anders aus (Beispiele aus Nordamerika sind zum Beispiel RDU oder STL). In Europa gibt es eine Reihe ehemaliger FR-Destinationen, die nicht mehr bedient werden und damit komplett vom Linienverkehr abgeschnitten sind. Vielfach hat dies aber auch damit zu tun, dass diese Märkte nur einen geringen Quellmarkt haben.

Grüße
jonni
380 744 772 343 342 333 332 M11 ILW IL9 AB6 763 762 312 753 752 IL6 32B 321 32N 32A 320 319 TU5 T20 M93 M82 M87 739 73H 738 73W 73G 736 734 733 735 73S CS1 YK2 SU9 AR1 AR8 143 142 E95 E90 E70 100 F70 TU3 CR9 CR7 CR2 ER4 DH4 AT7 AT4 F50 AN4 YK4 EM2 SF3 J31

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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon RudiFHW » Mittwoch, 04. Januar 2012, 16:51:19

Herzlichen Dank für das Interview an die Moderatoren! :thanks:
Vom Inhalt her hatte ich jedoch Konkreteres zu den Aktivitäten des Airportmanagements erhofft. Leider hat sich Herr Garvens in diesem Punkt überaus bedeckt gehalten. Ich hoffe, er hat das mit Rücksicht auf konkrete Verhandlungen oder sogar schon Abmachungen wie zB. mit Ryanair bewusst im Unklaren gelassen.
Die von Herrn Garvens vermisste Diskussion über strategische Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf den CGN kann im Forum auch nur sehr bedingt geführt werden, da uns in den seltensten Fällen die kompletten Hintergründe der Strategieentscheidungen bekannt sind.
Was wir wie im Falle der Beteiligung der Ethihad an AB allerdings schon anregen können, ist die Aufforderung an Herrn Garvens und seine Leute, alternative Airlines aus Nahost für ein Engagement am CGN zu interessieren, indem man vielleicht mal eine Werbetour als Verbundaktion von Flughafen und Kommunen im südlichen und westlichen NR - einem Ballungsraum von Aachen über Köln/Bonn bis Siegen und Koblenz/Trier - im Nahen Osten veranstaltet und damit auf das große kulturelle und wirtschaftliche Potential und die hohe Einwohnerzahl dieser Region aufmerksam macht.
Eine Ankurbelung des Charterverkehrs wäre m.E. auch über die Gründung einer eigenen Veranstalterfirma wie in Memmingen (TOUROPA) denkbar. Alternativ könnte man mit den regionalen Veranstaltern (Schauinsland, Alltours etc.) einmal abklopfen, unter welchen Voraussetzungen das Volumen am CGN gesteigert werden könnte (Beispiel: Zuschuß zu den Anreisekosten mit ÖPV).

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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon PHX Flyer » Mittwoch, 04. Januar 2012, 22:01:41

jonni hat geschrieben:[Die Äußerungen zur Entwicklung in Düsseldorf sind hier unterschiedlich. Auf der einen Seite wird erwartet, dass es zu einem "Zusammenbruch der Blase" kommt, auf der anderen Seite erwartet man, vom Boom zu profitieren, da in DUS in absehbarer Zeit keine Kapazitäten mehr frei sein werden. Komisch.


Da ist gar nichts komisch, es sei denn die beiden Meinungen kaemen von ein und der selben Person, tun sie aber nicht. Das mit der " platzenden Blase" stammt von mir, und ist lediglich meine Meinung, basierend auf Beobachtungen aus der Vergangenheit. Dass DUS aus Kapazitaetsgruenden irgendwann keinen Verkehr mehr aufnehmen kann, habe ich vor Jahren zwar auch mal behauptet, aber da bin ich - auch aufgrund von Beobachtungen - inzwischen klueger geworden. Ich glaube mittlerweile nicht mehr, dass DUS in den naechsten dreissig Jahren Verkehr wegen Kapazitataetsengpaessen abtreten muss. Notfalls wuerde die Kapazitaet eben hochgefahren. Irgendwie klappt das offenbar immer.
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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon jonni » Mittwoch, 04. Januar 2012, 22:11:18

PHX Flyer hat geschrieben:Da ist gar nichts komisch, es sei denn die beiden Meinungen kaemen von ein und der selben Person, tun sie aber nicht.


Ich habe das zwar auch auf deine Aussage bezogen, vor allem aber auf die folgende Aussage des Interviews:

Interview Michael Garvens:
Das Ganze ist eine große Blase, die sich nicht dauerhaft so halten kann, ähnlich, wie das damals bei uns mit Germanwings und HLX auch war. Danach folgt die Konsolidierung. Unsere Chancen kommen, wenn sich diese bei uns und in Düsseldorf erfolgreich vollzogen hat. Auf lange Sicht sind wir ohnehin der einzige Flughafen in der Großregion, der aufgrund freier Kapazitäten noch wachsen kann und wachsen wird.
380 744 772 343 342 333 332 M11 ILW IL9 AB6 763 762 312 753 752 IL6 32B 321 32N 32A 320 319 TU5 T20 M93 M82 M87 739 73H 738 73W 73G 736 734 733 735 73S CS1 YK2 SU9 AR1 AR8 143 142 E95 E90 E70 100 F70 TU3 CR9 CR7 CR2 ER4 DH4 AT7 AT4 F50 AN4 YK4 EM2 SF3 J31

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Re: Exklusives Interview mit Michael Garvens

Beitragvon alex330 » Mittwoch, 04. Januar 2012, 23:15:35

Das eine (die platzende Blase) ist eine eher kurzfristige Sache, das andere (freie Kapazität) eine langfristige.
Allerdings befürchte ich - wie auch PHXflyer -, dass DUS noch auf lange Zeit seine Slots bekommen wird, wenn sie wirklich benötigt werden.
Denn auch in Sachen Airports wird in NRW mit zweierlei Maß gemessen.
Während CGN um jede neue Schraube kämpfen muss, bekommt DUS sogar politischen Rückenwind.

Edit Rechtschreibung :roll:


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